Was ist los im... ? Meike Gatermann
Was ist los im... ?                                                                                                             Meike Gatermann

Was ist los im Februar?

Nicolas Frey. Monsters in Suits

 

Wo man hinschaut – Warzen, krankhaft wuchernde borstige Haarbüschel, starrende Zyklopenaugen, dann ein verschmitztes zahnloses Grinsen, riesige Augen mit Mehrfachpupillen. Dazwischen Details von Ärmeln, Manschetten- und Hemdknöpfen aus

Totenköpfen wie aus dem Versandkatalog des Grauens. Monsters in Suits präsentiert diesen ganzen Horror fein säuberlich in quasi-offiziellen Brustbildern. Dunkelblauer Kugelschreiber bannt die «verzerrten» Porträts von Grössen aus Politik und Wirtschaft auf das weiße Papier, ohne sie direkt darzustellen. Sie sind ready for business. für das große Geschäft mit dem Wohl der Welt. Hier zeigen sie ihre wahre Fratze.

 

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David Staretz. Odessa

Wien, wie es nie war, aber am Meer

 

Der österreichische Fotograf David Staretz bereist seit zwanzig Jahren regelmäßig die Schwarzmeerstadt Odessa. Ihm zur Seite seine russische Frau Viktoriya Sitochina, die ihm dank russischer Sprache und Herzlichkeit Zugänge und Bekanntschaften verschaffte, die einem Touristen wohl verborgen geblieben wären. Für ihn ist Odessa ein idealisiertes Wien, das es so nie gab, aber mit Steilküste und Meer. Die Odessiten lieben Tiere. Streunende Hunde bekommen im Winter Pullover. Und sie lieben ihre Stadt, deshalb lassen sie alles, wie es ist: grandios verfallen. Die Fotografien von Staretz zeigen Odessa als Stadt, wie sie aussieht und sich anfühlt: dürftig, witzig, verfallen, menschlich und auf eine gewisse Weise unschuldig.

 

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Philipp Mueller. 120 bpm

 

120 bpm ist die durchschnittliche Anzahl «beats per minute» eines Clubtracks. Wie es dem Medium entspricht, versammelt auch das Buch 120 bpm dichte, nach vorn treibende Bildabfolgen jener Jahre des Aufbruchs, als Techno in der Schweiz zu einer der letzten grossen Jugendbewegungen wurde, welche das Nachtleben, die Clubs sowie die stetige Innovation elektronischer Tanzmusik bis heute prägen. Der Schweizer Fotograf Philipp Mueller dokumentierte diese frühe Phase des Techno Anfang der 1990er in unmittelbar-rohen Aufnahmen von den ersten Zürcher Street Parades, illegalen Raves, Partys – backstage in Clubs und in der Intimität des Privaten – für verschiedene Publikationen. In 120 bpm verschränken sich Muellers Aufnahmen mit faksimilierten Rave-Magazin- und Fanzine-Seiten und Erzählungen damaliger Protagonist*innen.

 

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Anne Morgenstern. Macht Liebe

 

In diesem Buch der Fotografin Anne Morgenstern (*1976) geht es um Körperlichkeit. Mal ganz nah dran, so dass man erst auf dem zweiten Blick erkennt, was es ist, und mal brutal direkt. Gleichsam dem Blick der Fotografin, der so schonungslos wie zärtlich ist, nehmen die Figuren verschiedene Eigenschaften und Rollen an. Sie unterwandern jegliche Kategorisierung. Im bildnerischen Zusammenspiel von Form, Farbe und Materialität kombiniert Morgenstern Aufnahmen menschlicher Körper mit denen von Gegenständen, setzt sie so in Beziehung zueinander und gibt ihnen eine neue Bedeutung. Es ist ein Appell, mit einem neuen Blick auf uns und den anderen zu schauen.

 

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