Was ist los im... ? Meike Gatermann
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Apropos Visionär. Der Fotograf Horst H. Baumann

Jim Clark im Lotus, 1963

ZEPHYR – Raum für Fotografie in den Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim, 06.11.2022 - 29.05.2023

 

Retrospektive erinnert an das Werk des deutschen Fotografen Horst H. Baumann


Der Fotograf Horst H. Baumann (1934 – 2019) zählte zu den Shooting-Stars seiner Generation. Schon in jungen Jahren mehrfach ausgezeichnet, avancierte der Autodidakt ab den 1960er Jahren zu einem in den gedruckten Medien omnipräsenten, höchst erfolgreichen Fotografen. ZEPHYR – Raum für Fotografie in den Reiss-Engelhorn-Museen erinnert ab dem 6. November 2022 im neuen Museum Peter & Traudl Engelhornhaus mit ausgewählten Fotografien aus seinem Lebenswerk unter dem Titel „Apropos Visionär. Der Fotograf Horst H. Baumann“ an den deutschen Fotokünstler. Vor allem seine Fotografien von Autorennen machten ihn berühmt, später auch die Lichtkunst, mit der er sich beispielsweise 1977 auf der documenta 6 in Kassel präsentierte. Bis heute leuchtet der grüne Laserstrahl regelmäßig als nächtliches Wahrzeichen der hessischen Kunstmetropole. Dass er heute nur noch in Fotofachkreisen bekannt ist, mag vielleicht daran liegen, dass er sich in späteren Jahren nie der Musealisierung seiner Arbeit, sondern fast ausschließlich seiner Kunst gewidmet hat. Diese gilt es nun in der retrospektiven Ausstellung anhand größtenteils erstmals in der Öffentlichkeit präsentierten Fotografien zu entdecken. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Fotobuch im Steidl Verlag. Die Ausstellung zeigt etwa 400 ausgewählte Werke aus dem künstlerischen Nachlass des Fotografen. Als Horst H. Baumann vor drei Jahren verstarb, übergab seine Tochter den gesamten bildnerischen Nachlass zur Bearbeitung und für eine Ausstellung an ZEPHYR – Raum für Fotografie in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim. Er umfasst ca. 3.500 Schwarz/Weiß-Fotografien, ca. 750 Farbabzüge, ungezählte Dias und zahlreiche Dokumente, Zeitschriften und Bücher.

Baumanns frühe Schwarzweiß-Fotografie zeichnet ein hohes Maß an Empathie und sein ehrliches Interesse an sozialen Themen aus. Markant wird sein Werk durch seine konsequente Suche nach einem eigenen Ausdruck in der Kamerakunst, nach einer Bildästhetik im Geist eines, wie man heute sagen würde, „subjektiven Dokumentarismus“. Noch aus dem vermeintlich banalsten Sujet wusste Baumann durch den gezielten Einsatz partieller Schärfe, durch kühne An- oder Ausschnitte, dynamische Perspektiven oder ein Spiel mit Vorder- und Hintergrund seine Art von Fotografie zu extrahieren. So überraschte und irritierte er immer wieder und wusste sich vom eher journalistischen Zugriff seiner Zeitgenossen abzusetzen. Hinzu kam sein frühes Interesse an der Farbe, die Baumann schnell als zusätzliche große künstlerische Herausforderung begriff, wofür er schon Mitte der 1960er Jahre internationale Anerkennung gewann. Ganz im Sinne von „New Color“ fotografierte Baumann nicht einfach farbig, er dachte die Farbe und nutzte sie als Stil- und Ausdrucksmittel. Am bekanntesten sind hier sicher seine Bilder aus der Formel 1 in den 1960er Jahren. Ganz neu zu entdecken sind seine freien Arbeiten, die seit den 1950er Jahren von Eleganz, Schönheit und Dynamik geprägt sind, die ihresgleichen suchen.


Die Ausstellung wird von Hans-Michael Koetzle (München) kuratiert und ist vom 6. November 2022 bis 29. Mai 2023 im neuen Museum Peter & Traudl Engelhornhaus der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim zu sehen. Das neue Museum wird nach dreijähriger Bauzeit im November diesen Jahres feierlich eröffnet und ist schwerpunktmäßig den Themen Glaskunst und Fotografie gewidmet. Zu Ehren der Stifter zeigen die Reiss-Engelhorn-Museen die Eröffnungsausstellung „Herzklopfen – Zeitgenössische Glaskunst aus der Sammlung Peter und Traudl Engelhorn“. Im Zuge der Neueröffnung ist auch die renommierte Galerie ZEPHYR zu Gast im neuen Haus und präsentiert die Sonderausstellung „Apropos Visionär. Der Fotograf Horst H. Baumann“.

 

Zur Ausstellung erscheint ein Buch im Steidl Verlag.

ZEPHYR-Baumann_Ankuendigung.pdf
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