Was ist los im... ? Meike Gatermann
Was ist los im... ?                                                                                                             Meike Gatermann

Anna Stüdeli. Primal

Anna Stüdeli Primal

Mit einem Text von Urs Stahel
Englisch
Design: Marietta Eugster

25 x 35,8 cm
Softcover

156 Seiten

123 Abbildungen

€ 52,-

Juli 2021

 

ISBN 78-3-907236-15-4

Edition Patrick Frey

 

 

 

PRIMAL ist ein Bilderzyklus von über 1200 Werbeplakat-
Nahaufnahmen der Künstlerin Anna Stüdeli. Das
vorliegende Künstlerbuch gibt nun erstmals Einblick
in dieses Archiv und versammelt eine Auswahl von
rund 120 dieser in Zürich aufgenommenen Fotografien.
In der Auseinandersetzung mit Bildproduktion,
-reproduktion und -distributionslogiken unternimmt
Stüdeli mit PRIMAL eine Reflexion über die Oberflächen
westlicher Werbeästhetik. Die Werbeindustrie reproduziert
stetig die immergleichen visuellen Tropen
und vermittelt so die Vorstellung eines eingeebneten
Gesellschaftsbegriffs, der von Klischees sexueller
Stereotypen, der Objektivierung des, meist weiblichen,
Körpers oder der kommodifizierten Sexualisierung von
Essen geprägt ist. Die Makroaufnahmen der Künstlerin
legen den Fokus auf Details, die Konventionen werberischer Verführung unterlaufen und ein Wechselspiel
von Dekonstruktion und Redefinition normativ-patriarchaler
Vorstellungen zum Ziel haben. Gleichzeitig
entwickeln die hyperrealen Plakatoriginale bei näherer
Betrachtung eine ungeahnte Körperlichkeit und eine
damit verbundene Morbidität. Wie die leeren Werbeversprechen scheinen die hochauflösenden Details den Zerfall der gezeigten Körper zu dokumentieren und
vorwegzunehmen. Es ist, als würde man in den Pixelund
Raster-Tiefen der Körperfalten und -wülste den
Abgebildeten beim langsamen Sterben zusehen.
In diesem Spannungsfeld nähern sich Ekel und Verlangen.
PRIMAL sei eine «Hommage an die Lust», die
eine breitere, ganzheitliche Vorstellung von Begehren
artikulieren möchte – ohne Klassifizierungen und
Hierarchien –, so die Künstlerin. Die fotografische
Appropriation von Werbeplakaten als Akt der Neurahmung
– und darüber schwebt die Frage nach der Rolle
der Fotografie in den scheinbar unendlichen Bilderfluten
zunehmender Digitalisierung.


Anna Stüdeli (*1990) schloss 2018 ihr Kunststudium
in Zürich ab und studiert gegenwärtig Bildhauerei in
Hamburg, wo sie lebt und arbeitet.

Pressemitteilung_Primal.pdf
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