Was ist los im... ? Meike Gatermann
Was ist los im... ?                                                                                                             Meike Gatermann

Christian Lutz. The Pearl River

Christian Lutz. The Pearl River

Design: Pablo Lavalley

24 x 33 cm

ca. 120 Seiten

ca. 60 Abbildungen

Hardcover

€ 52,-, CHF 52,-

Juli 2019

 

ISBN 78-3-906803-89-0

Edition Patrick Frey

 

 

Vom Post-Imperium zum neuen Reich der Mitte: was einst Amerika, ist heute China. Der Schweizer Fotograf Christian Lutz begibt sich nach seinem Projekt Insert Coins (2016), das sich dem Verfall von Las Vegas widmete, in die chinesische Sonderwirtschaftszone Macao. Auch in The Pearl River dreht sich wieder alles um Geld, Luxus, Oberflächen. Die Liberalisierung des Glückspiels zu Beginn der 2000er-Jahre markierte den Aufstieg der einstigen portugiesischen Kolonie. Es folgten: generisch-algorithmisch entworfene Monumentalbauten nach dem Vorbild von Venedig und Paris, ausgekleidet mit Marmor und Gold, sowie jährlich 30 Millionen – mehrheitlich chinesische – Touristen. Im regulierten Mikroklima der Spielhallen, Boutiquen und Bars bewegen sich die üblichen Geschäftsmänner und Politiker in schlecht sitzenden Anzügen und chinesische Aufsteigerfamilien in Sweatpants und Flip-Flops. Alles ist aseptisch, staubfrei. Alles verweist auf Europa und auf Amerika. Ausgehöhlter als in Las Vegas sind die architektonischen Versatzstücke – Simulation der Simulation. Lutz’ fotografischer Blick tastet lakonisch und insistierend zugleich die glatten Oberflächen dieser schönen neuen Welt ab. Dabei machen sich erste Risse bemerkbar.


Der Schweizer Fotograf Christian Lutz (*1973) unternimmt in seinen Arbeiten präzise Beobachtungen sozialer Themen und Dynamiken, dabei liegt der Schwerpunkt auf der gesellschaftlichen Manifestation politischer, ökonomischer und religiöser Macht. Sein fotografisches Werk wurde mehrfach ausgezeichnet und wird im In- und Ausland regelmässig gezeigt. Seit 1996 lebt und arbeitet er als freischaffender Fotograf in Genf.

 

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