Was ist los im... ? Meike Gatermann
Was ist los im... ?                                                                                                             Meike Gatermann

Fünf Finger Föhn Frisur

Fünf Finger Föhn Frisur

von GAECHTER+CLAHSEN

Text: Jörg Scheller

Design: Büro 146, Hamacher, Hindermann, Stahel

Deutsch / Englisch

22,5 x 28,5 cm

Broschur

ca. 224 Seiten

ca. 160 Abbildungen

€ 60,-

Juni 2019

 

ISBN 978-3-906803-83-8

Edition Patrick Frey

 

 

 

Die Frisur ist dem Menschen, was dem Berg der Gipfel
 ist. Während sich Letzterer den Blicken oft vornehm im
Wolkengewimmel entzieht, sind die Gipfel der Menschen fast immer sichtbar – gerade in jenen Breitengraden, die dem dauerhaften Einsatz von Haube, Hut und Kopftuch entsagt haben. Der Gestaltungsdruck, der auf der Menschen Häupter lastet, ist verständlicherweise immens. Ein Konvolut von Aufnahmen des Fotografen Peter Gaechter, die dieser für den Zürcher Coiffeur Elsässer Pour Dames anfertigte, zeugt von Wandel und Revivals der Haargestaltung in der Schweiz. Beginnend in den 1970er-Jahren, endend in den 90ern, versammelt die vorliegende Publikation Fotografien aus den sogenannten Zeigebüchern, die im Salon des Edelcoiffeurs auflagen und jeweils aktuelle Frisurentrends
repräsentierten. Zu sehen sind aber nicht nur skulptural anmutende Schopfgebilde, die möglichst identisch auf den Köpfen der Kundinnen nachmodelliert werden sollten, sondern auch Indikatoren des Zeitgeists.

 

Ob ‚Cold War Kids“, ‚Punk“, ‚Fünf-Finger-Föhn-Frisur“, ‚70er-Charlies-Angels-Fransen“ oder ‚Old Hollywood“ – in den mannigfaltigen Frisuren der abgebildeten lokalen Schönheiten, It-Girls und Schauspielerinnen manifestiert sich sowohl die Why-not?-Beliebigkeit der liberalen Konsumkulturen als auch konkreter gesellschaftlicher Wandel, etwa in Gestalt eines unvermittelt ins Bild rückenden, klobigen Mobiltelefons als Accessoire zum Pixie Cut. Nicht zuletzt zeugen Gaechters Fotografien von einer Ära, in der das Gewerbe der Fotografie noch vom Geist des Professionalismus geprägt war. Keine Schnappschüsse, keine gesuchte Amateur-Ästhetik, kein strategischer Trash – Gaechters Bilder richten sich an eine Kundschaft, die nach
Distinktion strebte, wie sie einst auch die Fotografie für sich beanspruchen konnte.


Bettina Clahsen (*1941) studierte Fotografie an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Sie lebt und arbeitet seit 1960 in Zürich.


Peter Gaechter (*1939) machte seine Lehre als Tiefdrucktechniker bei Conzett+Huber, absolvierte den Vorkurs an der Kunstgewerbeschule der Stadt Zürich und danach die Fotoklasse an der Zürcher Hochschule der Künste. 1984 gründeten die beiden zusammen das Fotoatelier GAECHTER+CLAHSEN in Zürich.

 

 

In Kürze finden Sie hier den Pressetext

Noch steht kein Layout-PDF vom Buch zur Verfügung.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© KulturAgentur