Was ist los im... ? Meike Gatermann
Was ist los im... ?                                                                                                             Meike Gatermann

Michele Sibiloni. Nsenene

Michele Sibiloni Nsenene

Mit Texten von Robert Kyagulanyi Ssentamu (H.E. Bobi Wine), Katende Kamadi, Francis Sengendo

Design: Nicolas Polli

Englisch

23 x 31 cm

Hardcover

144 Seiten

66 Abbildungen

€ 52,-

Mai 2021

 

ISBN 978-3-907236-13-0
Edition Patrick Frey

 

Heuschrecken, in Uganda «nsenene» genannt, sind dort
ein Leckerbissen und eine wichtige Einkommensquelle.
Zweimal jährlich wandern sie in Massen unmittelbar
nach der Regenzeit. Riesige Schwärme überfluten kurz
vor Sonnenaufgang den Himmel. Nacht für Nacht
halten sich grosse Teile der Bevölkerung bis zum
Morgengrauen wach, um Heuschrecken zu fangen und
diese zu verkaufen. Die Allgegenwart der Heuschrecken
und ihr grünlicher, sich im nächtlichen Dunst und im
Rauch der Leuchtfeuer verlierender Schimmer tauchen
das ganze Land in eine entrückte Atmosphäre, zu der
auch die Skurrilität der listenreichen Jagd und selbst
gebastelten Gerätschaften beiträgt. Augenblicke
hektischen Treibens und lange Wartephasen, in denen
man sich ein wenig ausruht oder die Zeit vertreibt,
wechseln einander ab. Ihr hoher Eiweissgehalt macht
die Tiere zu einer vielversprechenden Nahrungsquelle
für die Zukunft. So erklärte die Ernährungs- und
Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen
(FAO), dass essbare Insekten auf dem Speiseplan von
mehr Menschen den Hunger verringern und die
Ernährungssicherheit in der Welt verbessern könnten.
Andererseits haben die Entwaldungen der vergangenen
Jahre zu einem drastischen Rückgang der Zahl
und Artenvielfalt von Wanderinsekten geführt. Zudem
macht der Klimawandel die Regenzeiten in Afrika
immer weniger vorhersehbar, kommt beim Aufstellen
der Fallen doch alles auf den richtigen Zeitpunkt an.
Die Jagd nach Heuschrecken spielt sich auf einem sehr
schmalen Grat zwischen Vergangenheit und Zukunft,
Tradition und Modernisierung ab, den der italienische
Fotograf Michele Sibiloni in seiner atmosphärisch
dichten Bildsprache einfängt. In Form unmittelbarer
Porträts und kinematografischer Sequenzen erzählen
sie nicht nur über das Selbstverständnis der Ugander,
sondern auch über die Zukunftsperspektiven auf dem
Planeten insgesamt.


Michele Sibiloni (geb. 1981) ist ein italienischer Fotograf
und Videofilmer, der seine Zeit zwischen Italien und
Uganda aufteilt. Er hat Bilder von zahlreichen politischen
Ereignissen auf dem afrikanischen Kontinent geliefert.
Von 2012 bis 2014 dokumentierte Sibiloni das
Nachtleben der ugandischen Hauptstadt Kampala.
2016 entstand daraus das in der Edition Patrick Frey
erschienene Fotobuch Fuck It.

Pressemitteilung_Nsenene.pdf
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Auf Wunsch kann ich Ihnen ein Layout-PDF vom Buch zuschicken.

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