Was ist los im... ? Meike Gatermann
Was ist los im... ?                                                                                                             Meike Gatermann

Was ist los im März?

Vincent Kohlbecher. Its Flower Is Hard To Find

 

Polen – hier fand der Hamburger Fotograf Vincent Kohlbecher Motive, die ihn zurückversetzt haben, in seine Kindheit, in den katholischen Glauben, in die deutsche Geschichte. Über einen Zeitraum von vier Jahren fuhr er immer wieder dorthin, Danzig, Warschau, Krakau, Plaszow, Majdanek, Auschwitz. Seine Bilder sind wie Texte die aufmerksam gelesen werden wollen. Die Räume, die er mit seinen Bildern beschreibt, erschließen sich dem Betrachter erst im Zusammenspiel von Gesehenem, Assoziiertem und historischer Erinnerung. Kohlbecher gelingt ein analytischer und tiefenscharfer Blick auf dieses Land.

 

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Der Nachlass von Horst H. Baumann geht an ZEPHYR, Raum für Fotografie, Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim


Die Tochter des deutschen Fotografen Horst H. Baumann, der 2019 verstarb, hat den gesamten bildnerischen Nachlass an ZEPHYR – Raum für Fotografie an den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim übergeben. Er umfasst ca. 3.500 Schwarz/Weiß-Fotografien, ca. 750 Farbabzüge, ungezählte Dias und zahlreiche Dokumente, Zeitschriften und Bücher. Thomas Schirmböck, Leiter von ZEPHYR, zeigt sich begeistert angesichts dieses Bildschatzes. „Dieses umfassende Konvolut gibt uns die Möglichkeit, einen in Vergessenheit geratenen, wirklich Großen der Fotografie wieder sichtbar zu machen und gleichzeitig Fotografien als zeitgeschichtliche Dokumente zu präsentieren.“

 

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Keine Ostergrüsse mehr! Die geheime Gästekartei des Grand Hotel Waldhaus in Vulpera

 

»Keine Ostergrüsse mehr!« – so heißt es mitunter auf Karteikarten des Grand Hotels Waldhaus in Vulpera, denn nicht jeden Gast wollte man wiederhaben. Oder »Ekelhafter Nörgler aus Ungarn. Hat besonders wegen der Küche ständig etwas reklamiert.« Concierge und Rezeptionist ertrugen ungehobeltes Benehmen der illustren und zahlungskräftigen Gäste stoisch, notierten jedoch ihre Erfahrungen auf den Karteikarten. Gäste wurden diskret beobachtet, Telefonate belauscht, passendes und unpassendes Verhalten kommentiert.

In der Zwischenkriegszeit und vor allem während des Zweiten Weltkrieges war das Waldhaus ein Ort, an dem die Verwerfungen einer auseinanderfallenden Gesellschaft spürbar wurden. Wie veränderte sich der Ton der Angestellten gegenüber jüdischen Gästen? Wie begegnete man den hochrangigen Nationalsozialisten? Die Karteikarten sind auch ein Zeitdokument. Das Waldhaus brannte 1989 aufgrund einer bis heute ungeklärten Brandstiftung ab. Gerettet werden konnte u.a. die Gästekartei mit 20.000 Karten. Der Fotograf und Künstler Lois Hechenblaikner hat gemeinsam mit der Kulturwissenschaftlerin Andrea Kühbacher und Rolf Zollinger, dem letzten Direktor des Waldhauses, diesen Schatz gehoben.

 

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