Was ist los im... ? Meike Gatermann
Was ist los im... ?                                                                                                             Meike Gatermann

Francisco Sierra. Lunar Invasion

Francisco Sierra Lunar Invasion

Mit einem Interview und Fotos von Max Küng, Design: Enjoy Stratford

Deutsch / Englisch

24 x 30 cm

Hardcover

ca. 400 Seiten

ca. 200 Abbildungen

€ 52,-

September 2021

 

ISBN 978-3-907236-34-5
Edition Patrick Frey

 

 

 

Nur ein Beispiel: Neun Monate arbeitete Francisco
Sierra an einem einzigen Bild. Das Gemälde zeigt drei
sich im Bau befindende Jumbo-Jets, ist gut anderthalb
Meter hoch, knapp zweieinhalb Meter breit. Von
morgens früh bis tief in die Nacht hinein stand oder
sass oder kauerte er an der Leinwand, Tag für Tag.
Dies zeugt von der Geduld des Künstlers, von seiner
Beharrlichkeit – und von seinem tiefen Glauben an
sein Sujet. Aber Sierra malt auch kleine Bilder. Und
Mittelgrosse. Und Triptychons. Und auch Gemälde mit
anderen Sujets als Jumbos, mit prächtigen Sonnenuntergängen etwa, zierlichen Teeservices, hypnotischen Möbiusschleifen. Man sieht kugelgeschmückte Penis-Christbäume. Küssende Avocados. Doppeldeutig dampfende Kothaufen. Und immer wieder auch klingt seine Vergangenheit als studierter Geiger an. Manche Bilder wirken phantastisch, andere banal – doch wohnt genau jenen der scheinbaren Banalität wegen Unheimlichkeit inne. Francisco Sierra beschäftigt sich mit der Frage, wie zeitgenössische figurative Malerei aussehen könnte. Er malt die Realität, die Dinge, präzis und getreu, doch die ausgewählten Themen seiner Werke
repräsentieren selten das, wofür man sie vorschnell halten könnte. Er interessiert sich für die Umwandlung von scheinbarer Klarheit in etwas Neues und Rätselhaftes. Sierra beschäftigt sich mit den Fallstricken der zeitgenössischen fotografischen Reproduktion und dem transformativen Potenzial der Malerei, das surrealistische und konzeptuelle Ansätze beinhaltet. Gemein ist den Werken von Francisco Sierra nebst deren technischen
Meisterschaft der Humor, der das Oeuvre durchweht – manchmal grotesk, manchmal auch wohldosiert, nur als Spurenelement, homöopathisch. Lunar Invasion ermöglicht nun einen Überblick über das vielfältige malerische und skulpturale Schaffen des in Chile geborenen und in der Schweiz lebenden Künstlers.
— Max Küng


Francisco Sierra (*1977, Santiago de Chile). Geboren in Chile, emigrierte der Künstler 1986 in die Schweiz, wo er gegenwärtig in Cotterd (VD) lebt und arbeitet. Sierra ist ausgebildeter Musiker und autodidaktischer bildender Künstler. Zudem ist er Mitglied des Performance-Kollektivs Jetpack Bellerive und seit 2018 künstlerischer Mitarbeiter der ETH Zürich.

 

 

In Kürze finden Sie hier den Pressetext.

Noch steht kein Layout-PDF vom Buch zur Verfügung.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© KulturAgentur