Was ist los im... ? Meike Gatermann
Was ist los im... ?                                                                                                             Meike Gatermann

Was ist los im Juni?

Michael Kerstgens. 1986

Zurück in die Gegenwart

 

Oh mein Gott, wie sahen wir da aus: 1986. Ein Jahr in dem in Tschernobyl der Reaktor durchschmilzt, Helmut Kohl Kanzler ist, AIDS gerade als pandemische Bedrohung auch bei uns wahrgenommen wird, Jane Fonda als Trainerin im Wohnzimmer Vorbild ist und die bundesrepublikanische Wohlstandsgesellschaft den Konsum als Freizeitvergnügen zu betrachten beginnt…. In diesem Jahr bekam Michael Kerstgens, damals Student an der Gesamthochschule Essen (vormals Folkwangschule), ein Stipendium mit dem Auftrag, sich mit dem Thema „Freizeit“ fotografisch auseinander zu setzten. Er nutzt es, um den Westdeutschen bei ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen zuzuschauen: Sport, Fitness, Fußball, Feiern, Freibad, Tennis, Golf (und Minigolf) spielen und Opel fahren, Shopping… Seine lakonisch-dokumentarischen Bilder zeigen eine relativ sorglose bundesdeutsche Gesellschaft.

 

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Christian Lutz. Citizens

 

Aufgrund zahlreicher Krisen finden identitäre Bewegungen weltweit Zulauf. Das hat der Schweizer Fotograf Christian Lutz zum Anlass genommen, für seinen neuen Werkzyklus Citizens Orte, Bewegungen, Menschen rechtspopulistischer Prägung europaweit zu dokumentieren. Fernab der üblichen polarisierten Berichterstattung in den Medien findet Lutz mit seinen ruhigen Bildmetaphern – in Form unmittelbarer, den Protagonist*innen zugewandter Porträts, Aufnahmen von Kundgebungen, postindustriellen Landschaften, Bars und Versammlungslokalen – einen vielschichtigen fotografischen Zugang, der einer tiefliegenden Verzweiflung Ausdruck zu geben vermag.

 

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Michele Sibiloni. Nsenene

 

Heuschrecken, in Uganda »nsenene« genannt, sind dort ein Leckerbissen und eine wichtige Einkommensquelle. Zweimal jährlich wandern sie in Massen unmittelbar nach der Regenzeit. Riesige Schwärme überfluten kurz vor Sonnenaufgang den Himmel. Überall krabbelt und zirpt es. Nacht für Nacht halten sich große Teile der Bevölkerung bis zum Morgengrauen wach, um Heuschrecken zu fangen und diese zu verkaufen. Die Allgegenwart der Heuschrecken und ihr grünlicher, sich im nächtlichen Dunst und im Rauch der Leuchtfeuer verlierender Schimmer tauchen das ganze Land in eine entrückte Atmosphäre, zu der auch die Skurrilität der listenreichen Jagd und selbst gebastelten Gerätschaften beiträgt. Der italienische Fotograf Michele Sibiloni hat die Heuschreckenjagd mit seiner Kamera begleitet.

 

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Yana Wernicke und Jonas Feige. Zenker

 

Die beiden Berliner Fotografen Yana Wernicke (*1990) und Jonas Feige (*1988) verbinden in ihrer Arbeit künstlerische und dokumentarische Ansätze. So auch in diesem Buch, das den Spuren des Gärtners und Botanikers Georg August Zenker folgt, der 1889 Leiter der Forschungsstation Jaunde der deutschen Kolonie Kamerun wurde. Nach sechsjähriger Amtszeit wurde Zenker überraschend von seiner Position entlassen, er soll in Polygamie mit mehreren afrikanischen Frauen gelebt haben und aus diesen Beziehungen sollen auch Kinder hervorgegangen sein. Als Privatmann kehrte er mit seiner Familie (einer Frau aus Dahomé und fünf Kindern) zurück und errichtete den Bipindihof im kamerunischen Dschungel. Den Großteil seines Einkommens erwirtschaftete Zenker als Sammler zahlreicher Pflanzen- und Tierbelege sowie ethnologischer Objekte für deutsche Museen. 1922 starb er. Zenkers Nachfahren leben heute weit verteilt in Kamerun und Europa. Wernicke und Feige stöberten sie auf und porträtierten sie. Im Buch werden darüber hinaus Originalfotos und -dokumente gezeigt und Fotos von Zenkers gelieferten Objekte ans Naturkundemuseum Berlin.

 

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