Was ist los im... ? Meike Gatermann
Was ist los im... ?                                                                                                             Meike Gatermann

Was ist los im September?

Sonne, Meer und nackte Menschen Die Nudistenfilme des Schweizers Werner Kunz

 

Wer ab Mitte der 1950er-Jahre nackte Menschen im Film anschauen wollte, besuchte vorzugsweise die Vorführung eines Naturistenfilms von Werner Kunz (1926–2018). Die pionierhaften Werke des Schweizer Self-Made-Filmemachers widmeten sich zu einem großen Teil der Darbietung von Nudistinnen (weniger derjenigen von Nudisten) – hauptsächlich bei sommerlichem Sport und Spiel an Land und im Wasser. Der Schauwert der unbekleideten Leiber blieb durch die dokumentarische Rahmung weitestgehend von der Zensur verschont. Während eines Jahrzehnts verfügte Kunz mit seinen Filmen über das Monopol kinematografischer Nacktdarstellungen – und das international. Der Zürcher Filmwissenschaftler Matthias Uhlmann präsentiert in der ersten detaillierten Darstellung zu dem in Vergessenheit geratenen Schweizer Filmpionier Werner Kunz sämtliche überlieferten Filme hinsichtlich ihrer Produktion, Verwertung und Rezeption, ergänzt durch Gespräche mit dem Filmemacher.

 

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Cary Loren. Polaroids

 

Hier vermischt sich alles mit allem. Der US-amerikanische Künstler, Musiker, Schriftsteller und Buchhändler Cary Loren verwebt Schnappschüsse seiner Detroiter Entourage der 1970erJahre mit Aufnahmen von Assemblagen, die er aus Drucken, TV-Fotografien, Punkzine-Covern, Stickern, Filmplakaten und anderen Ephemera nimmt und zu inszenatorischen Dispositiven montiert. Das dabei eingesetzte Medium Polaroid erlaubt es, scheinbar wesensfremde Bildsprachen und -träger während des Entwickelns durch Einkratzen und Pressen der Emulsion zu manipulieren und in Bildern malerischer Qualität zusammenzuführen. In Lorens Arbeiten verschmilzt wortwörtlich das Persönliche mit dem Mythologischen: Christliche Ikonografie wird mit den Ikonen des Populären, des goldenen Zeitalters Hollywoods und der Ästhetik von Punkzines zu einem post Warhol’schen Popkultismus gemendelt – die Addams Family verschmilzt mit Engeln, das Groteske mit dem Schönen, Dantes Inferno mit Cupcakes. Das Künstlerbuch wird von einem Interview begleitet, in dem Loren dem US-amerikanischen Künstler Cameron Jamie vor den Gräbern seiner persönlichen Idole (darunter Vampira, Ed Wood jr., Jane Mansfield) anhand von deren Biografien seine eigene Lebensgeschichte erzählt.

 

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