Was ist los im... ? Meike Gatermann
Was ist los im... ?                                                                                                             Meike Gatermann

Was ist los im Oktober?

Philippe Dudouit. The Dynamics of Dust

 

Dieses fotografische Langzeitprojekt des Schweizer Fotografen Philippe Dudouit (*1977) setzt sich mit der Sahel-Sahara-Zone und der einst nomadischen Bevölkerung auseinander. Das frühere Touristenparadies ächzt. Islamistischen Terrorismus wird dafür verantwortlich gemacht, aber genauer betrachtet ist es ein gefährlicher Cocktail aus wirtschaftlicher Unterentwicklung, Armut und Staatsversagen. In das Vakuum nistete sich eine komplexe Struktur militarisierter Islamisten, Menschenhändler, Drogen- und Waffenschmuggler ein. Hinzu kommt die Korruption, befeuert durch die Interessen großer Konzerne an Öl, Gold und Uran. Hier wächst eine verlorene Generation junger Menschen heran, der oftmals nichts anderes übrigbleibt, als zu flüchten – ins Ausland oder in die Kriminalität. Dudouit wechselt zwischen analoger und digitaler Aufnahmeverfahren– sich an der Wüstenfotografie der Kolonialzeit orientierende, tableauhafte Großformatfotografie wechselt sich mit digitalen Aufnahmen ab, die sich teilweise auch nur aus an den Fahrzeugen befestigten Prosumer-Kameras speisen.

 

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Udo Hesse. Mitte im Osten

Fotografien aus Berlin-Mitte, Prenzlauer Berg und Köpenick in den achtziger Jahren

 

Es war Anfang der 1980er Jahre als der in West-Berlin lebende Fotograf Udo Hesse mit seiner Kamera durch Ost-Berlin zog und das, was er sah, festhielt. Er geriet in die Fänge der Volkspolizei und Stasi, seine Negative wurden beschlagnahmt. Fast 30 Jahre später fand er einen kleinen Teil davon als Fotoabzüge in seinen Stasi-Akten wieder. Diese Fotos und die Erzählung von Udo Hesse über seine Begegnung mit der Stasi sind ein eindrückliches Zeitdokument.

 

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Mimi von Moos. Die Verwandte. Aus den fotografischen Nachlass der Anne-Marie von Wolff

 

Es ist der Klassiker: Eine Bananenschachtel voller Fotografien beim Großvater entdeckt. Mimi von Moos, Urgroßnichte von Anne-Marie von Wolff (1893–1974), entdeckte diese Schwarzweißaufnahmen aus den 1930er- bis 50er-Jahren. Anne-Marie von Wolff führte schon früh das Leben einer Außenseiterin. Epileptische Anfälle als Kind, Tuberkulose und der Vorwurf, durch diese Erkrankung den Tod einer Nichte verursacht zu haben, drängten sie immer weiter aus dem sozialen Leben, machten sie aber möglicherweise auch zu jener aufmerksamen Beobachterin, die sie war. Ihre Kamera gab ihr einen Platz in der Welt und im Familiengefüge. Still und etwas streng soll sie gewesen sein, doch ihre Aufnahmen des Alltags, der Sommerfrische oder auf Schloss Mauensee beim Cousin, dem Journalisten und Schriftsteller Karl von Schumacher, zeugen von zärtlicher Zuwendung und überzeugen durch starke Kompositionen. Ihr künstlerisches Talent blieb zeitlebens unbeachtet.

 

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DEINE KUNST. Michael Müller

Städtische Galerie Wolfsburg

Sammlungspräsentation in acht Akten

 

Die Städtische Galerie Wolfsburg zeigt eine ungewöhnliche mehrteilige Neupräsentation ihrer Sammlung. Der in Berlin lebende Künstler Michael Müller (*1970) wurde eingeladen, eine persönliche Auswahl aus den Beständen zu treffen und die Arbeiten neu zu zeigen. Er hat sich entschlossen, nicht nur eine Ausstellung zu kuratieren, sondern die Sammlung in acht aufeinanderfolgenden Fassungen und wechselnden Kontexten zu präsentieren und zu inszenieren. Die einzelnen Fassungen beziehen sich nicht nur unmittelbar auf die Werke der Sammlung, sondern befragen ganz grundsätzlich das Präsentieren von Kunstwerken. Der Eingangsbereich wird u.a. mit einem „Museumsshop“ bestückt, der im Laufe der Serie 500 (!) Bücher beherbergen soll, die eigens für die Ausstellung neu produziert werden.

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Manon. Federn

 

„In diesen Aufzeichnungen ist von einem Film die Rede, der fürs Kino hätte gedreht werden sollen. Es ist von einer Biografie die Rede, die eine Journalistin hätte schreiben wollen. Beides habe ich schließlich abgesagt, wie so manches andere auch.“ Es blieben aber die hier erstmals veröffentlichten Notizen, die die Schweizer Künstlerin Manon 2005 für

besagten Dokumentarfilm festgehalten hat – vordergründig als Tagebuch angelegt, entpuppt sich Federn als vielschichtiges Narrativ, das sich beim Lesen in einen kurzen, konzentrierten, aber dennoch federleichten Überblick über Manons Leben, Kunst, Männer und Alltag auffächert.

 

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Vera Lehndorff & Holger Trülzsch. Body Paintings 1970 –1988

 

Es begann mit Franco Rubartellis Film Veruschka, poesia di una donna (1971) als Vera Lehndorff, bekannt als «Veruschka», während der Dreharbeiten in Rom (1968) mit Selbstbemalungen experimentiert. Ein Jahr später lernte sie Holger Trülzsch kennen. Sie arbeiteten intensiv von den 1970er- bis in die späten 1980er-Jahre zusammen und schufen ein eindrückliches Werk an Body Paintings – einer Synthese aus Malerei, Fotografie und Performance. Das Künstlerbuch reflektiert dialogisch Geschlechteridentitäten und den Umgang mit dem weiblichen Körper vor dem Hintergrund medial-popkultureller Entwicklungen sowie der Kunstproduktion der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart.

 

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