Was ist los im... ? Meike Gatermann
Was ist los im... ?                                                                                                             Meike Gatermann

Was ist los im Oktober?

Anne Schönharting. Habitat

Berlin - Charlottenburg

 

Haus am Kleistpark, Berlin

13.10. - Mitte Dezember 2022

 

Begonnen hat alles vor zehn Jahren mit einem Auftrag für die Ostkreuz-Agentur, Charlottenburger Bürger zu porträtieren. Schönharting ist fasziniert von den feinen Nuancen in der auf den ersten Blick so homogen und geschlossen wirkenden Welt dieses Charlottenburgs. Sie bleibt am Thema dran, fotografiert weiter, lässt sich von Bekannten zu Bekannten, von Freunden zu Freunden weiteremp - fehlen. Und so bewegt sie sich hier in einer Art „inner circle“, in einer losen Gemeinschaft von Menschen, die mehr oder weniger fußläufig voneinander wohnen. Die Porträts entstehen in den jeweiligen Wohnungen der Besitzer:innen, mal im Salon, mal im Arbeitszimmer und Schlafzimmer, mal auf dem Balkon. Dabei interessiert sich Schönharting intensiv für das Wechselspiel zwischen den Men - schen und ihren Gehäusen, diesen Schutzhöhlen, Studierstuben, Wunderkammern. Ihre Fotografien zeugen von Sesshaftigkeit und langem Frieden, von Privileg und Verantwortung.

 

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Darius Koehli. WHY OMAHA?

 

Es ist Sommer 1969, der 9-jährige Darius Koehli verlässt Zürich und begleitet seinen Vater für einen neunmonatigen Aufenthalt in die USA. Alles ist fremd. Glücklicherweise freundet er sich schnell mit Carl an, dem Sohn der Nachbarn. Diese nehmen ihn zum angesagtesten Ort der Stadt mit, ins Civic Auditorium, um Wrestling-Kämpfe zu sehen. Mit seiner nigelnagelneuen Kodak Instamatic beginnt Darius zu fotografieren, hält die Helden des Rings vor, während und nach den Kämpfen fest. Mit einem bemerkenswerten Blick für Situationskomik und aus der Perspektive des 9-Jährigen entstehen hunderte von Bildern. 50 Jahre später stößt Darius Koehli bei einem Besuch in Zürich auf das Album. Erinnerungen aus Omaha steigen wieder hoch: sie erzählen von stickigen Arenen und reisserischen Ansagern, vom begeisterten Publikum, das lautstark die Wrestler anfeuert, von Schweiß und Blut, von mysteriösen maskierten Komplizen, von gestählten Körpern und Bildern, die Momente von choreografierten, ja anmutigen Begegnungen festhalten.

 

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Pathé‘O

 

Pathé’O ist eine wahre Mode-Ikone. Der gebürtige Burkinabé beeinflusst seit über 30 Jahren die ästhetischen Standards wie auch die Erfahrung von Mode auf dem afrikanischen Kontinent und führte vor Kurzem auch zu einer Zusammenarbeit mit dem Modehaus Dior. Designer*innen aus allen Generationen sind inspiriert von seiner ausgeprägten Designästhetik, seinem progressiven Ansatz in Nachhaltigkeitsfragen sowie von seiner Gabe, kulturelles Engagement mit unternehmerischer Kreativität zu verbinden. Er weckte bei den Afrikaner*innen die Wertschätzung für einen einheimischen Modestil und eine lokale Industrie zu wecken, in dem er ausschließlich vor Ort produzierte Stoffe verwendet. Wie kein anderer bringt Pathé’O globale Modetrends mit der gesamten Palette afrikanischer Textilien und seinem Fachwissen zusammen und hält so das lokale Erbe lebendig und entwickelt es stetig weiter.

 

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Giuseppe Micciché. NO PONTE

 

Was passiert mit einer Region, in der seit Jahrzehnten ein großes Bauprojekt über den Köpfen schwebt? Der italienische Schweizer Fotograf Giuseppe Micciché ist dieser Frage nachgegangen. Seit 2006 dokumentiert er den Küstenstrich um Messina, der seit der Antike geografisch und geopolitisch große Bedeutung hatte. „Die Distanz zum italienischen Festland ist hier so gering, dass die Idee einer Brücke zwischen den Ufern Kalabriens und Siziliens die Köpfe der Bewohner seit Generationen obsessiv besetzt. Entstanden ist bei meinem Langzeitprojekt ein Porträt einer Region im Stillstand, im Zustand des gleichgültigen, frustrierten oder auch hoffnungsvollen Wartens. Es dokumentiert die Veränderung der (sub-) urbanen Küstenabschnitte, die zögerlichen Versuche einer Aufwertung und zeigt Menschen in ihrem Alltag, wie die Fischer, deren Verdienst aus der Schwertfischjagd schon lange nicht mehr zum Leben reicht. NO PONTE ist ein Essay darüber, wie die Absenz von etwas uns so stark beeinflusst wie dessen Präsenz es tun würde.“ Giuseppe Micciché

 

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Matthias Brunner. Magnificent Obsessions Saved My Life

 

Matthias Brunner ist durch und durch ein Cineast: er leitete über 35 Jahre die Zürcher Arthouse Kinos, kuratierte über 20 Jahre die Filmevents an der Art Basel und Art Basel Miami Beach und besuchte in den letzten 60 Jahren über 250 Filmfestivals. Dies ist jetzt seine Biografie. Nicht nur fokussiert das Buch fast schlaglichtartig Schlüsselszenen im Leben eines Menschen der Nachkriegsgeneration, aufgewachsen, wie so viele, in einer dysfunktionalen Familie, vor dem Hintergrund geteilter Erfahrungen der 68er-Generation mit ihrer sexuellen Befreiung sowie zwei hautnah erlebten Pandemien – Aids und Corona. Im Dialog mit Werken des großen Hollywood-Kinos, der Film-Avantgarde und zeitgenössischer Kunst bringen sie sich gegenseitig erst zum Sprechen. Kino und Kunst – und eben dieses Buch: Stets erzählt es über das, was war und was möglich gewesen wäre. Magnificent Obsessions tut dies in Text und Bild, angereichert mit Filmstills aus Brunners eindrücklicher Sammlung sowie Reproduktionen geliebter Kunstwerke.

 

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Matthias Groebel. The Image-Sweep. Paintings 1989-2001

 

Das künstlerische Schaffen von Matthias Groebel (*1958) ist mehr als ungewöhnlich: Ende der 1980er Jahre streifte er über die Elektromüllhalden des Münsterlands, nach Scheibenwischer- und Fotokopierer-Motoren suchend, nach Fahrradketten und anderen Teilen, um daraus eine eigene dreiachsige Malmaschine zu bauen, die nach seiner spezifischen Vorstellung malen können sollte. Zeitgleich schraubte Groebel an Parabolantennen herum, um die entferntesten Fernsehsignale einfangen zu können. Im folgenden Jahrzehnt verbrachte Groebel unzählige Nächte vor dem Fernseher, wieder suchend, diesmal aber nach dem geeigneten Standbild, das sich mithilfe seiner computergesteuerten Maschine malen lassen würde. Entstanden ist ein medienreflexiver Gemäldezyklus, der in dieser Publikation erstmals umfassend gezeigt wird, begleitet von zwei Essays.

 

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Gauri Gill. Acts of Appearance

 

Es handelt sich hier um ein Gemeinschaftsprojekt von Pappmaché-Künstler:innen der Koknaund Warli-Stammesgemeinschaften in einem Adivasi-Dorf im indischen Palghar District. Gills Protagonist:innen/Mitarbeitende sind vor allem berühmt für ihre rituellen Masken, die sie für die alljährlich stattfindende Bohada-Prozession anfertigen. Auf Gauri Gills Fotografien gehen die Künstler:innen wie auch die einheimischen Freiwilligen, die speziell für das 2014 begonnene Projekt gefertigte Masken tragen, ihren täglichen Geschäften nach. Und hier vermischt sich eine surreale Welt mit der Realität. Was wie Bilder aus einem Traum anmutet, sind doch Szenen aus dem Alltag der Mitwirkenden.

 

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Gauri Gill. Fields of Sight

 

Es ist eine Zusammenarbeit der Fotografin Gauri Gill mit dem bekannten indischen WarliKünstler Rajesh Vangad. Begonnen wurde sie Anfang 2013 in der Küstenregion des indischen Bundesstaats Maharashtra. Als die Fotografin Gill ihre Kontaktbögen mit Landschaftsaufnahmen durchsah, bemerkte sie, dass wichtige Aspekte fehlten, aber in den großartigen mythologischen und experimentellen Geschichten, die ihr Vangad vorlas, sehr lebendig beschrieben waren. Die mit Vangads Zeichnungen überschriebenen Fotografien Gills rekonfigurieren den fotografischen Ort sowohl formal wie konzeptuell und eine weitere Ebene, mit nicht nur einer Wahrheit. Die Landschaften durch Vangads Augen zu sehen, erweckte in Gill das Bedürfnis, unsere heutige Wahrnehmung von dem, was unsere Augen einfangen und was ihnen möglicherweise auch entgeht, zu hinterfragen.

 

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Walter Grab (1927-1989). Werkkatalog

 

Von den Bildwelten Pariser Surrealisten beeinflusst, gründet der Schweizer Künstler Walter Grab 1950 seine eigene Künstlergruppe »Phoenix«. Dieser schließen sich neben deutschen und österreichischen Künstlern die Schweizer Surrealisten Kurt Seligmann, Otto Tschumi und Ernst Maass an. Als Teil des international wieder aufflammenden, bereits tot geglaubten Surrealismus erntet Grab in der Schweiz und in Deutschland schon bald Anerkennung. 1965 vertritt er die Schweiz an der 8. Biennale von Sao Paulo in der Ausstellung »Surrealismo e arte fantástica« zusammen mit Meret Oppenheim. Seine Bildsprache und Handschrift sind unverkennbar: So verschränkt er konstruktiv-geometrische Elemente mit figurativ-narrativen Elementen zu bühnenhaft anmutenden Raumszenerien.

 

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